HAUSVERSTAND
Neue Architektur im Mühlviertel
Publikation, OberösterreichFast unbemerkt von einer geschäftigen Welt mit großen Gesten, im Schatten projektentwickelter Stadtrandflächen, hat sich in einer Region, die in den Zeiten der Ortsentwicklung als Grauzone eingestuft war und kaum Beziehungen mit ihren Nachbarregionen unterhielt, über behutsame Anfänge hinweg eine Architekturszene entwickelt, die in ihrer hier dargestellten Reichhaltigkeit und Qualität aufhorchen lässt.
Die Typologie einer Landschaft, unprätentiös und doch einzigartig und unverkennbar im europäischen Landschaftsgefüge, gebildet durch die Beziehungen von Hügeln, Wäldern, Feldern, Wegen und archaisch und doch markant angelegten Höfen hat in den letzten Jahren eine starke Veränderung erfahren. Kurvige, oftmals geflickte, asphaltierte Straßchen sind breiten, die Landschaft durchschneidenden Schnellstraßen gewichen, Orte verbindend, deren hausbackener Kern aus einfachen Steinhäusern bis zu luftig verzierten barockfassadentragenden Bürgerhäusern, von mannigfaltig gestalteten, oftmals mit jedem erdenklichen Schnickschnack versehenen Einfamilienhausansammlungen erdrückt wird. In dieser Verhüttelungsszenerie, Marke Eigenbau, hat sich eine Komponente eingeschlichen, die zeigt, dass weit über den Tellerrand mühlviertlerischen Traditionalismus drübergeschaut wurde.
Die Publikation Hausverstand macht sich auf die Suche nach dem zeitgemäßen Bauen in einer Region, die mit grenzübergreifenden Maßnahmen, das ehemals tote Grenzgebiet zu beleben sucht und an eine Kultur anzuknüpfen, deren bauliche Zeugen an eine Zeit erinnern, in der das angrenzende Böhmen und Bayern Teil diese Region waren.
Zentralvereinigung der Architekt*innen OÖ (Hsg.)
Franz Federspiel, Nadja Fritzsche, Veronika Müller, Romana Ring, Walter Werschnig (Redaktion)
124 Seiten
zahlreiche SW-Abbildungen und Pläne
2004, Verlag Anton Pustet, Salzburg
ISBN 3-7025-0499-0
