WALDARENA Velden, Kärnten
Aktuelles, Bauherr:innenpreis, Preisträger:innen, ArchitekturpreisSportplatzstraße 10, 9220 Velden am Wörthersee
BAUHERR:IN ATUS Velden
ARCHITEKTUR Hohengasser Wirnsberger Architekten
TRAGWERKSPLANUNG DI Markus Lackner
FERTIGSTELLUNG 2024
Die vom Fußballverein ATUS von der Gemeinde Velden gepachtete Sportanlage war technisch veraltet und nicht mehr zeitgemäß. Demgegenüber standen steigende Mitgliederzahlen im Nachwuchsbereich, sportliche Erfolge und eine treue Fangemeinde – Potenziale eines stolzen Vereins, der sich zukunftsfähig aufstellen wollte.
Im Jahr 2022 wurde in Zusammenarbeit mit der Vereinsleitung und ehemaligen Spielern eine Neukonzeption für eine nachhaltige Sportanlage entwickelt. Auf dieser Grundlage konnten unterschiedliche Fördergeber für eine Projektrealisierung gewonnen werden. Der folgende Architekturwettbewerb brachte einen Entwurf hervor, der dank eines robusten Grundkonzepts einer finanzbedingten Redimensionierung um ein Geschoß und um je eine Achse an der Ost- und Westseite ohne Qualitätsverluste standhielt.
In geschickter Ausnutzung von Grundstückszuschnitt und Neubewertung einer flankierenden Erschließung gelang die Schaffung eines einladenden Vorplatzes, der eine öffentliche Raumfolge vom Parken über Ankommen und Einlass bis hin zu den Tribünen aufspannt und gute Orientierung gewährleistet. Vorplatz und Tribüne ordnen auch die gegebene Topografie neu und definieren eine Sockelzone, auf der die Sportbauten mit markantem Vordach nun ein architektonisches Statement setzen können. Damit entwickelt sich die Arena von der anonymen Infrastruktur zu einer kräftigen Adressbildung des Vereins mit Branding über das Architekturprojekt.
Das Konzept geht dabei strukturell logisch und ökologisch nachhaltig von der Weiternutzung massiver Baustruktur des Bestandes aus. Mit zwei Erweiterungen in Holzbauweise – dem als Kopfbau gesetzten, öffentlichen Vereinsraum im Osten und einem Ort für Schiedsrichter und Grill im Westen – entsteht die deutlich vergrößerte, neue Abwicklung der Anlage. Fugen zwischen Bestand und Neubauten gewährleisten Durchlässigkeiten, die sowohl dem Verteilen von Besuchern als auch dem Weg der Mannschaften zu den Umkleiden räumlich gut entsprechen.
Eine Vielzahl von Maßnahmen – Wärmepumpe über Erdkollektoren, PV mit Bauteilaktivierung etc. – gewährleisten den nachhaltigen, technischen Betrieb der erweiterten Sportanlage. Durch Redimensionierung der asphaltierten Flächen konnte trotz Vergrößerung des Bestandsgebäudes die versiegelte Fläche um 15 % reduziert werden.
Der Prozess der Projektentwicklung, der unter wirtschaftlich engen Rahmenbedingungen vom Verein qualitätsorientiert, transparent und unter Einbindung unterschiedlicher Stake-Holder als Bottom-Up-Projekt durchgeführt wurde, und 2024 in die Realisierung eines nachhaltigen Architekturprojektes geführt werden konnte, ist eine ermutigende, gesellschaftliche Teamleistung von Bauherrschaft, Architekten und Handwerkern.
Text: Anne Beer
Film und Fotos: Hanno Mackowitz

