HOS House of Schools 1 – JKU campus, Linz Oberösterreich
Aktuelles, Bauherr:innenpreis, Preisträger:innen, ArchitekturpreisBAUHERR:IN Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. – Unternehmensbereich Universitäten, Christoph Vitale
ARCHITEKTUR querkraft Architekten
FREIRAUMPLANUNG Kieran Fraser Landscape Design
TRAGWERKSPLANUNG werkraum ingenieure
FERTIGSTELLUNG 09|2024
Die Zusammenarbeit zwischen der Bundesimmobiliengesellschaft BIG und der Johannes Kepler Universität JKU als langfristig gebundenem Nutzer ist eine besondere Erfolgsgeschichte, die über eine Vielzahl ausgezeichneter Architekturprojekte auf dem Campus Linz auch baukulturell dokumentiert ist. Nach Elementen wie dem Learning-Center, dem Open Innovation Center oder der Kepler Hall findet sie nun ihre Fortsetzung in einer Gebäudetypologie, die künftige Bedarfe der JKU flexibel aufnehmen und – im Kontext eines robusten städtebaulichen Konzepts – erweitert werden kann.
Die Setzung des solitären, bauplastisch ausdrucksstarken House of Schools als erstem Baustein einer mehrphasigen Entwicklung führt bestehende Erschließungssysteme weiter, schließt den Campus nach Süden und entwickelt nach Norden eine attraktive Hofsituation.
Nach außen hin kompakt, bildet der Stahlbeton-Skelettbau im Innern eine fünfgeschoßige Raumstruktur, in der Büros, Seminarräume und Bereiche für Lernen in einer flexiblen und Kommunikation fördernden Umgebung zu einer Art Raumkontinuum arrangiert sind. Das zentrale Atrium verknüpft alle Etagen, ist das kommunikative Herz des Raumgefüges und bietet Platz für formellen und informellen Austausch. Geschoßweise Teeküchen und Besprechungsinseln tragen zu einem lebendigen Arbeits- und Lernort bei. Mit einem in der Aneignung flexiblen Gebäuderaster von 10 Metern und
Raumhöhen von 3,15 Metern argumentiert das Projekt für strukturelle Nachhaltigkeit. Gleichzeitig berücksichtigt das Betriebskonzept den Stand der Technik hinsichtlich Geothermie, Photovoltaik, Betonkernaktivierung, Wärmerückgewinnung etc. im Sinne einer energetischen Nachhaltigkeit.
Ästhetik, Flexibilität und Aneignungsoffenheit des Hauses sollen die langfristige Nutzung in puncto Wertschätzung und damit emotionaler Nachhaltigkeit sichern.
Die Materialität setzt insgesamt auf Langlebigkeit und Authentizität.
Im Ausbau treten modular gegliederte Oberflächen in Metall und Glas in Dialog mit dem eher kräftigen Ausdruck des sichtbaren Tragwerks. Geschlossene Wandbereiche heben sich in Farbgebung und Textur vom Rohbau ab, wodurch eine gute Lesbarkeit und Rhythmisierung der einzelnen Raumgruppen und Funktionen erreicht wird.
Die Fassade des Hauses ist in zwei Ebenen entwickelt. Den Raumabschluss bildet ein Pfosten-Riegel-System, die angelagerte Stahlkonstruktion mit Elementen von Sonnenschutz und Begrünung umhüllt das Gebäude als differenzierte Filterschicht, deren lebendiges Spiel von Licht und Schatten die skulpturale Wirkung des Baukörpers nochmals stärkt.
Mit dem HOS House of Schools ist ein moderner Lern- und Arbeitsort entstanden, der Offenheit, Transparenz und Kommunikation ausdrucksstark und selbsterklärend kommuniziert und die Positionierung des Universitätsstandortes mit den Mitteln der Architektur weiter stärkt.
Text: Anne Beer
Film: Hanno Mackowitz
Fotos: Hanno Mackowitz

